<

Translater

 

Wir brauchen offene und ehrliche Auseinandersetzungen über die elementaren Grundsatzfragen:

Zum Beispiel:

• Ist es klug, den Sozialstaat über den Faktor Arbeit (also über Beiträge und Lohnsteuern) zu finanzieren (und damit einem kontraproduktiven Automatisierungswahn Vorschub zu leisten)?
• Ist die hochgelobte Ex- und Importabhängigkeit wirklich erstrebenswert?
• Dient das künstlich erzwungene globale Lohn- und Steuerdumping dem Wohle der Menschheit?
• Wie ehrlich sind Debatten über den Klimawandel, wenn deren Hauptursachen (Bevölkerungsexplosion, Warentourismus usw.) unerwähnt bleiben?
• Interessiert es niemanden (ist es keiner Frage wert), warum das jährliche Produktivitätswachstum in Deutschland seit den 1960er Jahren von stolzen 6 % auf beschämende 0,6 % abgestürzt ist? Ist es unnötig, eine Trendwende einzuleiten?
• Sind EU und Weltwirtschaft nur noch über eine Billiggeldschwemme zu retten? Und wie lange kann dieses Vabanquespiel noch gutgehen?
• Kann alles weiterlaufen wie bisher, sind wir auf dem richtigen Weg?

 

• Was wir aber nicht brauchen, ist das ewige Wiederkäuen abgedroschener Phrasen!

• Was wir nicht brauchen ist parteitaktisches Schubladendenken!

• Was wir nicht brauchen, ist die Pflege alter Vorurteile und Irrlehren!

• Was wir nicht brauchen, ist Schönfärberei und Wunschdenken!

• Was wir nicht brauchen, ist ein inhaltsloses Anprangern altbekannter Missstände!


Auch politische Lebenslügen haben ihr Verfallsdatum!

Seit 40 Jahren erleben die westlichen Demokratien einen schleichenden Niedergang. Die inflationsabereinigten Löhne und Renten sanken, während die Arbeitslosenzahlen sich trotz aller Bilanzierungstricks vervielfachten (auch im deutschen "Exportwunderland").
Anstatt sachlich nach den Ursachen des paradoxen Abstiegs zu forschen, werden diejenigen, die unliebsame Fragen stellen und nicht bereit sind, in den allgemeinen Jubelchor einzustimmen ("Noch nie ging es uns so gut wie heute!"), als stumpfsinnige Populisten verunglimpft. Das hat Methode! Die Kapitallobby versucht mit dieser fiesen Masche, an ihren lukrativen Lebenslügen festhalten zu können. Einige Beispiele:

Die Lebenslüge von der sozialen Marktwirtschaft …
In einem zollfreien Wirtschaftsgebiet mit stark unterschiedlichen Löhnen, Steuern, Umweltauflagen und Sozialstandards kann es keine Marktwirtschaft geben! Eine soziale Marktwirtschaft schon gar nicht! Wer die soziale Marktwirtschaft wirklich will, kann nicht gleichzeitig den zollfreien Welthandel (die Globalisierung) und den EU-Binnenmarkt gutheißen.

Die Lebenslüge der Ökoparteien …
Mit stolzgeschwellter Brust sich als Naturschützer aufspielen, gleichzeitig aber einen eigenen hohen Lebensstandard als Selbstverständlichkeit voraussetzen, ist suspekt. Noch verlogener aber ist, als Parteibonze allein der eigenen Nation höchste Umweltauflagen abzutrotzen (die zum Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit führen können) und die globalen Hauptursachen des Klimawandels (Bevölkerungsexplosion, Warentourismus) zu ignorieren.

Die Lebenslüge vom Populismus …
Eine Partei, die es wagt der einseitigen Mainstream- und Kapitallobby-Propaganda zu widersprechen, ist noch lange nicht populistisch. Populisten sind nicht etwa diejenigen, die sich mutig zur eigenen Nation und damit auch zu dessen Geschichte bekennen. Populisten sind Menschen, die ihre Wähler mit unlauteren "Geschenken" ködern (Agenda 2010, Baukindergeld, Steuersenkungen, Umverteilungen, Billigkredite).
Zu behaupten, "Deutschland profitiere ganz besonders … von der EU, dem Euro, der Globalisierung, den offenen Grenzen, der Zuwanderung usw." ist zum Beispiel Populismus (Volksverdummung) in Reinkultur.

Die Lebenslüge vom Fachkräftemangel …
Einen Fachkräftemangel gibt es nur in Branchen und Unternehmen, die nicht bereit sind oder waren, einen marktgerechten Lohn zu zahlen. Dies zu leugnen wäre albern. Kriminell wird es, wenn heuchlerische Lobbyisten (Egoisten) im gleichen Atemzug einen Zuwanderungsbedarf anmelden und damit das Problem des Fachkräftemangels vertiefen und verlagern (dann fehlt es an Wohnungen, Schulen, Kitas, an Ärzten, Lehrern, Betreuern, Juristen, Sozialarbeitern, Dolmetschern usw.).

Die Lebenslüge vom Wohlstandswachstum …
Wächst der Wohlstand, ist die Bevölkerung zufrieden. Was aber tun, wenn der Lebensstandard allgemein sinkt, viele Menschen zum Beispiel wegen zu hoher Mieten nicht mehr in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können?
Dann schönt man einfach die Statistik, verwirrt durch Umverteilung und betreibt Bilanzkosmetik bis zum Exzess. Getreu dem Motto, "die Welt will betrogen sein". Aber will sie das wirklich?

Die Lebenslüge von der friedensstiftenden Europäischen Union …
Mit der Sehnsucht nach Frieden Schindluder zu treiben und damit weite Teile der Bevölkerung einzulullen, sollte verboten werden! Historisch gesehen sind künstlich geschaffene Staatengebilde immer wieder zerfallen (die Sowjetunion, das Osmanische Reich, das Römische Reich, Österreich-Ungarn, Jugoslawien usw.).
Was die EU bewirkt, sieht man aktuell an der Ukraine (der Traum von der EU spaltet das Land und erhöht die Kriegsgefahr in Europa).
Frieden in den hochentwickelten Staaten gibt es hauptsächlich wegen der atomaren Abschreckung! Verdanken eigentlich die Japaner ihre Friedensphase seit 1945 auch der EU? Außerdem: Supermächte (die europäische Politische Union wäre eine) sind allzuleicht in globale Konflikte verwickelt. Man denke dabei nur an die USA.

Die Lebenslüge von der lukrativen internationalen Zusammenarbeit …
Nichts ist unproduktiver und umweltschädigender als die von der Kapitallobby verherrlichte "internationale Arbeitsteilung". Der Arbeitsaufwand steigt erheblich, wenn die Komponenten eines einzigen Produktes aus vielen Erdteilen zusammengeklaubt werden müssen. Nur das globale Lohndumping (die Ausbeutung der Billiglöhner) lässt diesen Irrsinn nützlich erscheinen.

Die Lebenslüge vom Erfolg der Agenda 2010 …
Eiserne Verfechter der "Reform" und die Fürsprecher der Kapitallobby beteuern heute noch, die Agenda 2010 sei ein grandioser Erfolg und habe die Arbeitslosenzahlen halbiert. Sachlich denkende Menschen fallen auf diesen Schmarren sicher nicht mehr herein.
Die Agenda 2010 hat die Probleme nicht gelöst, sondern neue geschaffen. Und die Grundsätze moralischer Werte verhöhnt! Sie benachteiligt Menschen, die solide gelebt, gespart und sich eine zusätzliche Altersvorsorge aufgebaut haben. Zugewanderte Erwerbslose, die keinen Bock auf ein normales Arbeitsleben haben, können sich dagegen oft fühlen wie im Paradies (Drückebergern ist in unserem Rechtsmittelstaat kaum noch beizukommen).

Die Lebenslüge von der Machtlosigkeit gegenüber Konzernen …
Ist der Staat der Kapitallobby hilflos ausgeliefert, muss man die zunehmende Monopolisierung, die Steuerflucht, die Billiggeldschwemme usw. akzeptieren?
Sicher nicht! Es gäbe genügend Mittel und Wege, Konzerne zu disziplinieren und an ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen zu erinnern (Mindestertragssteuern, Monopolsteuern, Filialsteuern usw.). Der grassierende Kasinokapitalismus muss nicht sein, er ließe sich bereits mit kleinen Drehs an den systemrelevanten Stellschrauben zähmen.

 

Kapitalismus, Zollfreihandel, Globalisierung:
DAS KONTRABUCH

Die volkswirtschaftliche Entwicklung ist oft paradox: Da eröffnen uns die genialen technologischen und wissenschaftlichen Fortschritte ungeahnte Möglichkeiten, aber dennoch wird der allgemeine Überlebenskampf in vielen modernen Staaten immer härter und die Existenzängste nehmen dramatisch zu.
Diese Widersprüche seit 40 Jahren achselzuckend zu akzeptieren scheint mir nicht länger hinnehmbar. Denn es sind ja keine Gesetzmäßigkeiten und keine Naturkatastrophen, die den schleichenden Niedergang erzwingen. Es ist vielmehr das perfide System der Ignoranz, Sinnestäuschung und Verlogenheit, das global greift, die Pfründe der Privilegierten schützt und die kapitalistische Welt zu einem spekulativen Tollhaus macht
.

"DAS KONTRABUCH" von Manfred Julius Müller, 100 Seiten, Format 17x22 cm, 8,90 Euro

Bestellung zum Beispiel über www.amazon.de, www.ebook.de, www.hugendubel.de und www.thalia.de - und natürlich auch über den stationären Buchhandel (dort aber meist nur auf Bestellung).

Was bietet uns die Zukunft, was kommt auf uns zu? Wie wird/muss sich unser Land und die Welt ändern? Wie befreit sich ein Staat/Volk aus dem Teufelskreis der europäischen und globalen Abhängigkeiten und des ewigen Leistungsdrucks?


 

Kurze Chronik der Bundesrepublik Deutschland …

1950er Jahre: Die Politik Konrad Adenauers und Ludwig Erhards bescherte uns die soziale Marktwirtschaft und das Wirtschaftswunder. Es gab einen intakten Binnenmarkt mit funktionierenden nationalen Zoll- und Staatsgrenzen (die natürlich auch vor importierter Kriminalität, Sozial- und Steuerbetrug und Lohntarifunterwanderung schützten).

1960er Jahre: Fortsetzung der konservativen Politik der sozialen Markwirtschaft mit jährlichen realen Lohnsteigerungsraten von durchschnittlich mehr als 5 %.

1970er Jahre: Allmähliche Abkehr vom bisherigen Kurs. Mehr Sozialstaat, mehr Erbschuldideologie, mehr Zuwanderung, mehr EU. Die Grundidee: Sozialhileempfängern (auch zugezogenen) sollte es im Grunde kaum schlechter gehen als Durchschnittsverdienern.

1980er Jahre: Die neuen Ideologien (mehr Sozialstaat, mehr Erbschuldideologie, mehr Zuwanderung, mehr EU) mutieren zur neuen Heilslehre, zum allgemeinen Mainstream. Wer die radikalen Umwälzungen ablehnt, wird geächtet, als Rechtsextremer oder Ewiggestriger verunglimpft. Der zuvor atemberaubende Lohnzuwachs kommt zum Erliegen und wandelt sich in einen schleichenden Niedergang. Auch die Erwerbslosenzahlen steigen deutlich an (vor allem im verschleierten Bereich).

1990er Jahre: Ein Wunder geschieht: Gorbatschow erlaubt die Wiedervereinigung und von deutscher Seite wird diese Chance auch nicht verdummt. Bei der Eingliederung der DDR werden zwar viele Fehler gemacht, aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

2000er Jahre: Die nationale Politik wird zunehmend geächtet, man setzt voll auf die Europäische Union und träumt von einer neuen Supermacht, den "Vereinigten Staaten von Europa". Dieser Vision werden viele Grundsätze einer vernünftigen Staats- und Wirtschaftspolitik geopfert. Man einigt sich zum Beispiel auf eine völlig absurde Einheitswährung und setzt auf den totalen Wirtschaftskrieg (dem uneingeschränkten Zollfreihandel, der das für Konzerne so lukrative innereuropäische und globale Lohn-, Konzernsteuer-, Ökologie- und Zinsdumping ermöglicht).

2010er Jahre: Die hemmungslose Liberalisierung der Finanzmärkte und der Globalisierung führt logischerweise zu einem Systemzusammenbruch. Die daraus hervorgegangene Weltwirtschaftskrise kann eigentlich nur über zwei Konzepte überwunden werden - nämlich entweder über eine Antiglobalisierung (Renationalisierung/Zollanhebung) oder über eine Billiggeldschwemme. Das Establishment entscheidet sich für Letzteres (der Bürger wird wieder einmal nicht gefragt), generiert lustig immer neues Geld, Zentralbanken kaufen massenweise Staatsanleihen auf und senken die Leitzinsen auf unter null Prozent. Dieses Prinzip erweist sich (wie nicht anders zu erwarten) als Todesstoß einer fairen Marktwirtschaft und führt zudem zu einer schleichenden Enteignung der kleinen Leute (Sparer, Inhaber von Lebensversicherungen usw.). Der Staat forciert somit einen Aktienboom. Gleichwohl gibt es keine sichere Geldanlage mehr, alle Vermögenswerte unterliegen fortan der reinen Spekulation.

2020er Jahre: Die Coronapandemie offenbart, wie gefährlich lange Lieferketten und globale Abhängigkeiten sind. Das gilt auch für die Verbreitung und Mutation des Virus, für Ansteckungsgefahren und die Gesundheit bzw. das Wohlbefinden der Menschheit. Derzeit steht Deutschland, Europa und die Welt wieder am Scheidewege. Weitermachen wie bisher, noch mehr neu generiertes Geld in den Markt pumpen, Minuszinsen einführen, am ausbeuterischen Zollfreihandel und einer antinationalen Weltoffenheit (Zuwanderung) bedingungslos festhalten? Oder aber sich auf die Tugenden und moralischen Vorstellungen von einst besinnen, an das Wirtschaftswunder der 1950er und 1960er Jahre anknüpfen? Ein Wirtschaftswunder, das in Wahrheit gar keines war, sondern lediglich das Ergebnis einer ehrlichen, auf Gerechtigkeit, Vernunft und Logik aufgebauten Wirtschaftspolitik.

 

Laut CEBR (Diagramm im Spiegel Heft 4/2021) ist das Bruttoinlandsprodukt in der EU preisbereinigt von 2005 bis 2020 leicht gesunken, während es sich im gleichen Zeitraum in China verfünffacht hat. 2005 betrug das BIP in China 3 Billionen Dollar und in den 27 Staaten der EU (also ohne Großbritannien) 15 Billionen Dollar. Inzwischen hat China die EU längst überflügelt. Wobei es in der EU natürlich starke Unterschiede gibt: Die EU-Niedriglohnländer haben aufgeholt, während die EU-Hochlohnländer umso mehr abgesunken sind.

 

Man kann nicht alle moralischen Grundwerte der Vergangenheit über Bord werfen und behaupten, diese seien nicht mehr zeitgerecht. Und alle, die sich diesem radikalen Gesinnungswandel verweigern, als Ewiggestrige verhöhnen.




Manfred J. Müller analysiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er gilt als wegweisender Vordenker. So forderte er zum Beispiel schon vor 20 Jahren eine Art Lieferkettengesetz, das Hersteller und Händler verpflichtet, nur fair entlohnte und produzierte Waren nach Deutschland einzuführen (wurde endlich im Mai 2021 Gesetz). Außerdem empfahl er schon ewig eine Mindestgewinnsteuer für Großunternehmen auf im Inland angefallene Umsätze (Joe Bidens Vorschlag von einer globalen Mindestertragssteuer im Frühjahr 2021 zielt zwar endlich in die gleiche Richtung, ist aber viel zu lahm und wird sich international kaum umsetzen lassen). Seit drei Jahrzehnten kämpft Manfred J. Müller auch für seine Idee einer Lohnkostenreform (schrittweiser Abbau der Sozialversicherungsbeiträge bei einer Gegenfinanzierung über Mehrwertsteuern und Zölle).


Impressum