Die
Tricks bei der Definition des Wortes Globalisierung Kommentar
von Manfred Julius Müller Es gibt
kaum ein anderer Begriff, der so oft missverstanden wird wie
das Wort "Globalisierung". Dabei steckt hinter der
Fehlinterpretation Methode, denn die Kapitallobby hat ein
großes Interesse daran, die Definition zu
verklären. Definition
der Globalisierung: Definition
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der Globalisierung: Weiterführende
Abhandlungen dazu finden Sie in meinen Büchern.
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1. Die Masche mit dem Welthandel
An
Unverfrorenheit kaum noch zu überbieten ist der
Versuch, die Globalisierung als Voraussetzung für den
Welthandel darzustellen. So als ob es vor der Globalisierung
Anfang der 1980er-Jahre keinen Welthandel gegeben
hätte! Ganz dreist sind diejenigen, die auch noch
suggerieren wollen, ohne Globalisierung gäbe es in
Deutschland keine Zitronen und Bananen. Es scheint jedes
Mittel recht, von einer ehrlichen Wortbestimmung und den
wahren Hintergründen der Globalisierung
abzulenken.
2. Die Masche mit der zeitlichen Zuordnung
Seit
dem von Wissenschaftlern anerkannten Beginn der
Globalisierung Anfang der 1980er-Jahre sind in den
westlichen Industrieländern
trotz
Verdoppelung des Wirtschaftswachstums die Reallöhne und
damit die Kaufkraft gefallen.
Um diesen entlarvenden Prozess (die Aktienindizes haben sich
im gleichen Zeitraum vervielfacht) zu vertuschen,
bemüht sich die Kapitallobby emsig, den Beginn der
Globalisierung vorzuverlegen. Datiert man den Beginn zum
Beispiel auf das Jahr 1900, dann lässt sich
plötzlich doch noch ein deutlicher Anstieg des
allgemeinen Wohlstands vorweisen. Um nicht in eine Zeitfalle
und in Erklärungsnöte zu geraten, werden auch noch
andere Zeitfenster genannt - manche verlegen den Beginn der
Globalisierung ins Mittelalter oder gar in die Antike. Mit
dieser unpräzisen Beliebigkeit soll offenbar eine
Aufweichung des Begriffs erreicht werden - es soll aus
taktischen Gründen eine konkrete Zeitbestimmung
verhindert werden - und der gesamte Begriff in einen
geheimnisvollen undurchdringlichen Nebel getaucht
werden.
3. Die Masche mit der Vereinnahmung positiver Trends
Nicht
erst seit Erfindung der Globalisierung hat es den
technischen Fortschritt, die stete Verbesserung der
Nachrichten- und Kommunikationstechnologie, einen stetig
zunehmenden Tourismus und kulturellen Austausch und einen
Demokratisierungstrend gegeben. Interessierte Kreise
versuchen nun krampfhaft, diese stinknormalen positiven
Trends der Globalisierung einzuverleiben, um das negative
Image umzukehren. Denn würde man die Globalisierung auf
das reduzieren, was sie wirklich ist, könnte niemand
mehr von den Vorteilen der Globalisierung bzw. von positiven
Auswirkungen sprechen.
4. Was bedeutet Globalisierung denn nun wirklich?
Es
ist ganz einfach: Die
Globalisierung entstand durch den Abbau der Zölle, die
den weltweiten Dumpingwettbewerb
ermöglichte.
Die Konzerne bzw. das Kapital können durch diesen Trick
die Staaten und Arbeitnehmer der Welt gegeneinander
ausspielen und immer dort produzieren, wo Löhne,
Steuern, Umweltauflagen gerade am niedrigsten sind. Viele
Waren können dadurch zu einem Bruchteil der vorherigen
Kosten erstellt und in den Hochlohnländern zu den
gleichen Preisen wie vorher verkauft werden. Es ist also
keine Zauberei im Spiel, wenn seit Beginn der Globalisierung
die Kapitalrenditen explodieren, während die
Reallöhne in den alten Industrienationen sinken.
Auf eine Kurzformel gebracht bedeutet Globalisierung also
nichts anderes als die Schaffung des globalen Dumpingsystems
mittels Zollabbaus (damit einhergehend natürlich auch
eine künstliche Aufblähung des Welthandels).
Müssen
die Hartz-IV-Regelsätze erneut angehoben werden. Ist
das alles überhaupt noch finanzierbar? Oder geht es
Hartz-IV-Familien teilweise schon besser als
Normalverdienern?
Profitieren wir wirklich vom Export? Geht es uns merklich
besser, seitdem wir uns dem Export verschrieben haben und
die meisten Konsumgüter importieren
müssen?
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a.
"Das
Kapital und die
Globalisierung".
Zum ersten Mal tauchte der Begriff Globalisierung in einem
englischsprachigen Lexikon auf. So richtig bekannt und
populär wurde das Wort jedoch erst Anfang der 1980er
Jahre, als durch den Abbau der Zölle die
wirtschaftliche Vernetzung aller Staaten dramatisch zunahm.