Der
beliebte Gauklertrick: "Die
Globalisierung macht die Produkte billiger!" Um
den Zollabbau und den damit verbundenen globalen
Dumpingwettbewerb zu rechtfertigen, wird von Politikern und
Medien gerne auf die billigen Importe verwiesen, die dem
Verbraucher dank Globalisierung das Leben erleichtern. Derlei
Behauptungen sind an Hinterlist und Tücke kaum noch zu
übertreffen! Es
spielt für sich genommen keine große Rolle, ob
die Preise für manche Konsumgüter sich nach unten
bewegen. Denn was nützen die Schnäppchen, wenn
gleichzeitig auch der eigene Lohn dem globalen
Dumpingwettbewerb unterliegt. Der
einzig wirklich relevante Maßstab ist die Entwicklung
der Kaufkraft bzw. der
inflationsbereinigten
Nettolöhne.
Und die haben sich leider auch in Deutschland in den
letzten 30 Jahren kontinuierlich nach unten bewegt. Dass
Fernsehgeräte für sich genommen billiger wurden
bringt unterm Strich nichts und ist auch nicht alleinige
Folge der Produktionsauslagerung. Zwar
würden im Inland hergestellte Fernseher und Textilien
heute teurer kommen als importierte Ware - aber das
wäre nicht entscheidend, weil in einem intakten
Binnenmarkt schließlich auch die Arbeitseinkommen
parallel zum Produktivitätsanstieg anziehen
würden. Wir
reden hier nicht von abstrakter Theorie, sondern von
nachprüfbaren Zahlen aus der
Vergangenheit. An
diesem systembedingten technologischen Fortschritt haben
auch die üblichen Begleitumstände des wachsenden
Wohlstands (demografische Entwicklung, medizinischer
Fortschritt) in der Vergangenheit nichts grundsätzlich
zu ändern vermocht. Trotz
zweier verheerender Weltkriege, Reparationszahlungen,
Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise und zweier
Währungsreformen hat sich der Wohlstand von 1900 bis
1980 in Deutschland mindestens
verfünffacht! Erst
mit dem Abbau der
Zölle
Ende
der 1970er Jahre und dem Beginn der Globalisierung gibt es
diese natürliche Wohlstandsmehrung nicht mehr. Hinter
der Behauptung, die deutsche Bevölkerung profitiere von
den Billigimporten, steckt mehr als
Augenwischerei:
es
ist die pure Volksverdummung! Hätten
wir noch die Zollgrenzen wie sie 1975 existierten, wäre
der allgemeine Wohlstand in etwa doppelt so hoch wie
er heute ist. Ende
der 1970er Jahre konnte eine normaler Facharbeiter
in Deutschland als Alleinverdiener eine
ganze Familie ernähren. Trotz
höheren Lebensstandards war es damals nicht
nötig, asiatische Arbeitssklaven in
lebensgefährlichen Farbiken für einen
Hungerlohn die Drecksarbeit machen zu lassen.
Seit
durch den Zollabbau die Globalisierung so richtig
in Fahrt gekommen ist, geht in den ehemaligen
großen Industrienationen alles nur noch
bergab, selbst in den USA (da gab es keine Kosten
der Wiedervereinigung und keine Vergreisung der
Gesellschaft), in Großbritannien, Japan,
Frankreich, Italien usw. Wer
als Politiker oder Journalist behauptet, die deutschen
Verbraucher profitieren von den Billigimporten, hat entweder
keine Ahnung oder täuscht ganz bewusst die
Bevölkerung. Wie
abgestumpft muss die Menschheit sein (vor allem
viele Global Player und Politiker), Schon
ein einziges Gesetz könnte diese widerliche
Ausbeutung verhindern: Wer
als renommierter Markenartikler nicht einmal dies
garantieren kann, der soll seine Sachen doch
woanders verhökern - dessen Produkte braucht
Deutschland nicht. Wo
bleibt da die Logik - Niedriglöhne sorgen doch nun
wirklich für günstige Preise... 1.
Viele Produzenten verdienen sich durch die Billigproduktion
eine goldene Nase! Also
betreibt man für teures Geld Markenpflege (ein Gutteil
des ersparten Geldes fließt deshalb in die Werbung)
und kann dann auf dem hiesigen Markt so richtig
absahnen. 2.
Die Kontroll- und Vertriebskosten verschlingen Unsummen! Außerdem
fallen weitere Kosten an bei der Bekämpfung der
Produktpiraterie und im Zusammenhang mit der landestypischen
schikanösen Bürokratie, der Korruption,
juristischer Fallstricke usw. Hinzu
addieren sich noch die Aufwendungen für den Transport,
Transportversicherungen, eventuelle Vertragsstrafen für
Terminüberschreitungen, notwendige
Schmiergeldzahlungen, Dolmetscher usw. 3.
Lange Schifffahrtswege stören den Vertrieb! Weil
es fast drei Monate dauert, bis Ware in Hamburg anlandet,
funktioniert die Belieferung der Händler häufig
unzureichend. Durch dieses Handicap verliert der Unternehmer
nicht nur Marktanteile - auch die Endkunden leiden darunter
(lange Wartezeiten und schlechte Lieferbarkeit dringend
benötigter Waren). Noch
schlimmer wird es, wenn durch unzuverlässige
Fernab-Produktion die Endmontage der Geräte ins Stocken
gerät. 4.
Die Sozialkosten schießen in die Höhe! Auch
diese Folgekosten der Produktionsauslagerung müssen
natürlich irgendwie umgelegt werden, sie verringern
die Nettoeinkommen und damit die Kaufkraft. 5.
Das bei den Löhnen eingesparte Geld landet häufig
in den Taschen der
Spekulanten... Im
Grunde handelt es sich bei dieser Umverteilung um Geld, was
der arbeitenden Bevölkerung entzogen wird und letztlich
auch dazu beiträgt, dass die allgemeine Kaufkraft
sinkt. Dabei
erweist sich diese Umleitung der Geldströme für
den wirtschaftlichen Ablauf als katastrophal: Der gesunde
Geldkreislauf ist gestört - einer steten Erhöhung
der Produktivität steht die nachlassende Kaufkraft der
Bevölkerung gegenüber. 6.
Das unkontrollierbare globale Dumpingsystem führt immer
wieder zu Spekulationsblasen! Die
Spekulationsblasen sind langfristig pures Gift für die
betroffenen Volkswirtschaften, weil sie naturgegebene
wirtschaftliche Abläufe behindern. Wenn
die Spekulationsblasen schließlich platzen, ist es
wieder der Steuerzahler, der für die Fehler seiner
Politiker (die Folgen des globalen Dumpingwettbewerbs)
aufkommen muss. Die
sechs obigen Punkte sollen veranschaulichen, warum die
scheinbaren Billigimporte den Hochlohnländer in
Wirklichkeit sehr teuer kommen. Um
es noch einmal abschließend in einem Satz
auszudrücken: Dabei
blieben im obigen 6-Punkte-Katalog sogar wesentliche
Begleitumstände unberücksichtigt. Zum Beispiel
verursacht der überflüssige Warentourismus
gravierende Folgeschäden (nachhaltige Umweltbelastung,
Klimaveränderung, Krankheiten, Todesfälle). Haben
Sie Spaß an der Ausbeutung von
Arbeitssklaven? Kostenstrukturen
einer Bluse, die für 20 Euro im Einzelhandel
angeboten wird (Beispielrechnung): Produktion Produktion Rohmaterial
(importiert) 1,-
Euro 1,-
Euro Arbeitslohn
(schneiden, nähen, bügeln
usw.) -,15
Euro 6,-
Euro sonstige
Fabrikationskosten (Maschinen,
Miete) -,15
Euro 1,50
Euro Entwicklung,
Design (in Europa) -,90
Euro -,90
Euro Qualitätskontrolle
des Auftraggebers -,30
Euro -,10
Euro Transport
nach Europa -,30
Euro - Marketing,
Werbung, Ladenmiete usw. 7,70
Euro 7,80
Euro sonstige
Vertriebs- und Lagerkosten 2,-
Euro 2,-
Euro Steuern
(hauptsächlich Mwst.) 4,50
Euro 6,70
Euro Gewinn
(vor Steuern) 3,-
Euro 4,-
Euro Ladenpreis 20,-
Euro 30,-
Euro Eigentlich
dürfte ein anständiger Mensch eine Bluse
nur noch kaufen, wenn ein Hersteller sich für
eine faire Entlohnung in seiner Zulieferkette
verbürgt. "Unseren
hohen Wohlstand verdanken wir zumindest zum Teil der
Ausbeutung der Billiglohnländer!" Sind
Sie der gleichen oder ganz anderer Meinung? Kommentar
zu diesem Artikel (Nr. 1303) abgeben? Home
(Eingangsseite
www.globalisierung-welthandel.de) ©
Manfred J. Müller, Flensburg
Die
Welt ist anders, als uns vorgegaukelt
wird! Wer
dieses merkwürdige Paradoxon verstehen
möchte, findet im Buch "DAS KAPITAL und die
Globalisierung" die entlarvenden Antworten. DAS
KAPITAL
und die
Globalisierung Was
macht es für einen Sinn, den wirklich
relevanten Fragen ständig auszuweichen und
sich allein mit populistischen Kinkerlitzchen und
Flickschustereien zu befassen? Manfred
Julius Müller
analysiert
seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und
veröffentlicht brisante Aufsätze zu den heikelsten
Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die
weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen
Ländern in wichtigen Bereichen die Gesetzgebung
beeinflussten. Seine Websites erreichen im Jahr etwa eine
Million Besucher. Inzwischen sind auch einige Bücher
erschienen, u. a. die
Trilogie
"DAS KAPITAL".

"Ohne billige Importe könnte der Normalverdiener gar
nicht mehr existieren - erst die aus den
Billiglohnländern eingeführten Waren sichern
seinen hohen Lebensstandard".
Denn
entscheidend ist nicht, wie sich die Preise der Fernseher
oder Schuhe in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben -
entscheidend ist allein die Veränderung der
Kaufkraft, also die Entwicklung von Arbeitseinkommen und
Lebenshaltungskosten.
Zwar muss der Mensch heute für den Erwerb eines
Fernsehers kürzer arbeiten als früher - aber
dieses Plus ist kontraproduktiv, weil unter dem globalen
Lohndumpingwettbewerb auch sein eigenes Einkommen
leidet.
Denn als derlei Geräte noch in Deutschland produziert
wurden, gab es dank steigender Produktivität und
technischer Innovationen ebenfalls einen steten
Preisrutsch.
In
einem normalen (durch Zölle vom globalen
Dumpingwettbewerb geschützten) Markt verdoppeln sich
die realen Erwerbseinkommen (also der Wohlstand) etwa alle
25 Jahre.
Und reale Einkommen bestimmen nun einmal Kaufkraft und
Lebensqualität, das ist der einzig relevante
Gradmesser.
Seit dem Umschalten des normalen Welthandels auf den
globalen Dumpingwettbewerb geht es nur noch
bergab.
Selbst für den Erwerb eines Fernsehers und im eigenen
Land hergestelltr Textilien müsste man kürzer
arbeiten - also selbst bei diesen Paradebeispielen stimmt
die Billigtheorie nicht.
Es
gab keine Massenarbeitslosigkeit, keine
prekären Beschäftigungsverhältnisse,
keine Leiharbeit, keine Ein-Euro-Jobs und keine
perversen Praktika.
Jahr für Jahr stiegen die Reallöhne und
Renten entsprechend der
Produktivität.
wenn sie Sklavenlöhne von 10 Cent die Stunde
akzeptieren?
Der Gesetzgeber bräuchte nur
beschließen, dass nur solche Waren
hierzulande verkauft werden dürfen, bei deren
Herstellung ein Mindeststundenlohn von einem Euro
gezahlt wurde.
Nun
werden sich manche fragen, wie so etwas angehen kann. Es
klingt doch mehr als einleuchtend, dass Verbraucher einen
Vorteil aus den Dumpinglöhnen in Fernost ziehen
können.
Doch leider wird dieser offensichtliche Nutzen auf andere
Art mehr als aufgezehrt:
Die
Verkaufspreise in Deutschland richten sich leider selten
nach den Gestehungskosten sondern eher danach, zu welchem
Preis man die Ware hierzulande losschlagen kann.
Man stellt also zum Beispiel etwas für 10 Euro in Asien
her und im Laden verkauft man es hier dann für 100
Euro.
Wer
im Ausland herstellen lässt, muss jeden
Produktionsschritt penibel überprüfen und weit
mehr für die Qualitätskontrolle ausgeben als
hierzulande.
Eine
Produktion in Fernost bedeutet schließlich auch
erhebliche Nachteile beim Vertrieb.
Die gesamte Wirtschaft wird also durch die komplexe
"internationale
Arbeitsteilung"
ausgebremst.
Wegen
des Exports von Arbeitsplätzen verzeichnen wir in
Deutschland allein sechs Millionen Alg-I und Alg-II-Bezieher
- abgesehen von Millionen weiterer Erwerbsloser, die
keinerlei staatliche Unterstützung erhalten und
Millionen aus den Arbeitslosen-Statistiken verdrängten
Frührentnern und Altersteilzeitlern, Umschülern,
Gratis-Praktikanten usw.
Weniger
Geld bei den Erwerbseinkommen der Arbeitnehmer und
Selbständigen - dafür ein steiler Anstieg bei
manchen Kapitalerträgen. Abermillionen Spekulanten und
Investmentbanker verdienen sich im globalen Spielkasino dumm
und dämlich.
Ein Teufelskreis, der ins Verderben führt!
Wie
im vorigen Absatz erläutert, führt der
unkontrollierbare Freihandel von Waren, Dienstleistungen und
Finanzen naturgemäß immer wieder zu heftigen
Spekulationsblasen.
Mit frischgedrucktem Billiggeld der Notenbanken wird die
Blasenbildung noch zusätzlich angeheizt.
Häufig sind die unbedarften Kleinanleger wieder einmal
die Dummen (die Sparer werden wegen des staatlich
erzwungenen niedrigen Zinsniveaus schleichend enteignet).
Die Schreckensbilanz der realen Lohnentwicklung ist also
kein Trugschluss.
Es lässt sich durchaus erklären, wo das Geld
bleibt und wieso die Billigimporte uns letztlich
schaden.
Die
Folgekosten für die organisierte Ausbeutung der
Arbeitssklaven in den Billiglohnländern sind ungleich
höher als die direkte Einsparung bei den
Arbeitskosten.
Das
globale Dumpingsystem ist somit ineffizient.
Eine lückenlose Bilanzierung würden den
Wahnsinn der Globalisierung noch weit mehr
verdeutlichen.
Ist
es Ihnen egal, wenn Näherinnen in Bangladesch,
die für europäische Textilkonzerne
schuften, nur 10-15 Cent die Stunde
verdienen?
in Bangladesch
in Deutschland
Dieses Beispiel zeigt: Die Kosten für
Ladenmiete, Werbung und Marketing verschlingen in
der Regel das 50fache von dem, was den
Näherinnen in Bangladesch zugestanden wird.
Würde man den Näherinnen den doppelten
Lohn zahlen, würde die Bluse gerade einmal um
20 Cent teurer werden.
Wer so dumm daherredet stellt die tatsächlichen
Gegebenheiten auf den Kopf.
Die
Bevölkerungen der "reichen" Länder sind die
großen Leidtragenden des globalen
Dumpingwettbewerbs.
Gewinner
sind nur bestimmte Firmen, Mitarbeiter, Investoren und
Spekulanten, die aus diesem
perversen
Ausbeutungssystem
ihren Nutzen ziehen.
Ab
sofort im Internet-Buchhandel lieferbar:

Die
Menschheit wird systematisch verdummt!
Globalisierung und EU funktionieren nicht so, wie
man uns einzureden versucht.
Deshalb erleben wir seit über 30 Jahren einen
beispiellosen Reallohnabstieg trotz stetig
steigender Produktivität.
Ohne falsche Rücksichtnahmen werden die
schlimmsten politischen Irrtümer und Fehler
aufgedeckt und die überfälligen
Korrekturmaßnahmen angemahnt.
Nur Einsicht und Offenheit kann Deutschland (und
die westliche Welt) noch vor dem Untergang
retten!
Plädoyer
für die Entmachtung des Kapitals und die
Rückbesinnung zur
Marktwirtschaft.
Autor Manfred J. Müller, 172 Seiten, Format
17x22 cm,
13,50 Euro