Mögliche drastische Maßnahmen zur Staatssanierung in Europa!

 

Es sind sowohl Einzelschritte als auch eine Kombination diverser Maßnahmen denkbar. Möglich wäre auch ein ewiges Nachlegen, wenn nämlich bereits durchgeführte Konzepte nicht aufgehen bzw. nicht ausreichen. Einige Beispiele:

 

Schuldenschnitte:
Das wurde bereits vor gut zehn Jahren an Griechenland erprobt. Kostete die Euro-Partnerländer am Ende über 100 Milliarden Euro. Wobei damals immer wieder betont wurde, dass ein großes Land wie Italien nicht hätte gerettet werden können.

Staatspleiten:
Werden immer wieder weltweit durchexerziert, ohne dass in den Medien darüber groß berichtet wird. Wird ein Staat zahlungsunfähig, müssen die Gläubiger halt auf ihre Forderungen verzichten. So ist das nun einmal. Da die Euro-Staaten sich über die EZB quasi selbst refinanzieren, können sie eigentlich gar nicht Pleite gehen. Aber es droht dann eine hohe Inflation, eine indirekte Geld- und Vermögensvernichtung.

Billiggeldschwemmen:
Seit etwa zehn Jahren versuchen die Euro-Staaten mit dieser Masche, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Aber man verstrickt sich dabei immer weiter im tiefen Sumpf der Unmoral und Gesetzlosigkeit.

Hyperinflationen:
Nach dem 1. Weltkrieg meinten genau wie heute manche Experten, es werde mangels Kaufkraft zu einer Deflation in Deutschland kommen. Am Ende aber gab es das Gegenteil, eine Hyperinflation. Ein Brot kostete im Dezember 1923 vierhundert Milliarden Reichsmark.

Währungsreformen:
Davon gab es im vergangenen Jahrhundert immerhin drei in Deutschland (1923, 1948, 1990).

Ausbau der Minuszinspolitik:
In den USA stieg die Inflationsrate im Juli 2021 bereits auf 5,4 %. Der Leitzins der EU liegt immer noch im Minusbereich. Theoretisch könnte also auch Deutschland über Staatsanleihen Billionen neuer Schulden machen, die er erst in Jahrzehnten zurückzahlen muss - und zwar mit einem Abschlag (negative Leitzinsen). In 30 Jahren hätten sich bei anhaltender Nullzinspolitik von zehn Billionen Euro Staatsschulden bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von fünf Prozent 78 % der Summe in Luft aufgelöst. In zehn Jahren wären bereits 40 % der Staatsschulden weginflationiert worden. Ein geradezu verführerisches, märchenhaftes System. Oder etwa doch nicht, wenn man an die Spätfolgen denkt?

Vermögensabgaben:
Wer ständig mit Erbschafts- und Vermögenssteuern jongliert, betreibt puren Populismus. Denn höhere Einnahmen aus diesen Quellen beruhen in der Regel auf Milchmädchenrechnungen. Auf Dauer führt eine zu hohe Abgabenlast zu einer Vertreibung der Vermögenden und Eliten. Der Volkswirtschaft würde damit ein erheblicher Schaden zugefügt.

Steueranhebungen:
Vor Wahlen werden gerne wohlfeil Steuersenkungen angekündigt, die sich dann nach der Wahl als unfinanzierbar erweisen. In meinen Büchern habe ich aufgezeigt, wie man Großkonzerne, die ihre Gewinne so ungeniert in Steueroasen verschieben, auf elegante Weise in die Pflicht nimmt. Aber unsere ach so bürgernahen Volksvertreter wollen davon offenbar nichts wissen.

Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge:
Manche Politiker liebäugeln sogar damit. Dabei ist die Finanzierung der Sozialkassen über lohnbezogene Versicherungsbeiträge ein absoluter Wahnsinn. Weil dieses System den Faktor Arbeit bestraft. Angesagt wäre eine schrittweise Umfinanzierung der Sozialkassen (allmähliches Absenken der Beiträge und eine Gegenfinanzierung über Zölle und höhere Konsumsteuern).

Kürzungen der Renten, Sozialhilfen usw.:
Das steht uns bevor, wenn kommende Regierungen sich intelligenten Problemlösungen verweigern. Wenn sie also weiter an ihren radikalen Ideologien (Transferunion, Minuszinspolitik, Billiggeldschwemme, globales Lohn-, Zins- und Zolldumping, hohe Zuwanderung usw.) festhalten.

 


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Ich sehe keine schweren Probleme und auch keine Pleitewelle auf uns zukommen.

 

Natürlich haben Corona und die Kosten des Klimawandels erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Die realen Nettolöhne und Renten werden weit stärker sinken als bisher.

 

Ich denke, die EZB wird genügend Neugeld generieren und über den Nullzins bei ansteigender Inflation die Staatshaushalte sanieren. Ich wüsste nicht, warum dieses System kollabieren sollte.

 

Ich denke nicht, dass es angesichts eines sinkenden Wohlstands zu Protesten und Unruhen in der Bevölkerung kommt. Weil schließlich die Regierungen über das Staatsfernsehen sämtliche Maßnahmen rechtfertigen werden.

 

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© Manfred Julius Müller (unabhängiger, parteiloser Wirtschaftsanalyst und Zukunftsforscher).

 Manfred J. Müller analysiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er gilt als wegweisender Vordenker. So forderte er zum Beispiel schon vor 20 Jahren eine Art Lieferkettengesetz, das Hersteller und Händler verpflichtet, nur fair entlohnte und produzierte Waren nach Deutschland einzuführen (wurde endlich im Mai 2021 Gesetz). Außerdem empfahl er schon ewig eine Mindestgewinnsteuer für Großunternehmen auf im Inland angefallene Umsätze (Joe Bidens Vorschlag von einer globalen Mindestertragssteuer im Frühjahr 2021 zielt zwar endlich in die gleiche Richtung, ist aber viel zu lahm und wird sich international kaum umsetzen lassen). Seit drei Jahrzehnten kämpft Manfred J. Müller auch für seine Idee einer Lohnkostenreform (schrittweiser Abbau der Sozialversicherungsbeiträge bei einer Gegenfinanzierung über Mehrwertsteuern und Zölle).

 

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