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Welthandel
ja, Globalisierung nein!
Welthandel
und Globalisierung sind zwei grundsätzlich verschiedene
Dinge. Der normale Welthandel muss nicht künstlich
forciert werden!

Wie
beeinflusst die Globalisierung den
Welthandel?
In
den Medien wird es immer wieder gerne so dargestellt, als
könne es ohne Globalisierung keinen vernünftigen
Welthandel geben. Diese Ansicht ist natürlich
völliger Mumpitz, denn auch vor 1980, dem allgemein
anerkannten
Beginn
der Globalisierung,
wurden fleißig über alle Weltmeere hinweg Waren
und Dienstleistungen ausgetauscht. Dass das Volumen des
Welthandels im Zuge der sich ständig verbessernden,
billiger und einfacheren Transportmöglichkeiten
kontinuierlich zunahm, liegt in der Natur der
Sache.
Der
Globalisierung allerdings muss man anlasten, dass der
ohnehin schon zunehmende Welthandel
noch
zusätzlich
dramatisch aufgeblasen wurde.
Dies wurde erreicht durch den Abbau von Zöllen.
Mit dieser Maßnahme hat sich auch das kapitalistische
System total verändert. Denn nun hatten die Konzerne
und das Kapital endlich das Sagen. Mit der Drohung,
Produktionen in Billiglohnländer auszulagern,
können seither die Staaten und Völker dieser Welt
gegeneinander ausgespielt werden.
Das
war vorher in dem Maße nicht möglich. Wenn zum
Beispiel in den 1960er Jahren ein Waschmaschinenhersteller
die Produktion von Deutschland in ein Niedriglohnland
verlagert hätte, wären durch angemessene
Einfuhrzölle seine Kostenvorteile wieder verloren
gegangen.
Samt Transport kamen importierte Waschmaschinen oft teurer,
als wären sie in Deutschland gefertigt worden. Der
Zollabbau sorgt also grundsätzlich für eine
weitgehende Entmachtung der Regierungen und Arbeitnehmer,
die
Selbstheilungskräfte der Marktwirtschaft werden dabei
weitgehend ausgehebelt.
Die
Folgen der Globalisierung und des künstlich
aufgeheizten Welthandels zeigen sich überall.
Während in den 25 Jahren vor der Globalisierung (von
1955-1979) die Arbeitseinkommen und damit der Wohlstand in
den westlichen Industriestaaten um etwa 160 % zugenommen
haben, sind die
Reallöhne
in
den 25 Jahren danach um mindestens 15 % gesunken. Und dass,
obwohl die Wirtschaft im globalisiertem Vierteljahrhundert
immerhin noch um etwa 60 % zugelegt hat.
Wie will man diese eklatanten Widersprüche noch
schönreden? Es ist doch schier unglaublich: Die
Wirtschaftsleistung steigt - und der Wohlstand
sinkt!
Der
Wahnsinn hat leider System und geht deshalb noch weiter.
Denn trotz sinkenden Wohlstands und neuer energiesparender
Technologien verbraucht die Industrie für Herstellung
und Transport heute weit mehr fossile Energien also noch
1980.
Allein
der Lkw-Verkehr hat sich in Deutschland seit 1980
vervierfacht.
Wenn
am Ende der Wohlstand doch nur sinkt stellt sich die
ketzerische Frage, wozu das alles? Warum soll die Wirtschaft
wachsen, wenn der Verbraucher nichts mehr davon hat. Warum
all die vielen zusätzlichen Anstrengungen
und
Investitionen
in Bildung und Forschung,
wenn es doch nur bergab geht?
Nun
wird ja gern gekontert, dass schließlich einige
Schwellenländer von der Globalisierung profitieren.
Dabei wird verschwiegen, dass auch vor der Globalisierung
Staaten aufgestiegen sind und der technische Fortschritt
auch an den Entwicklungsländern nicht spurlos
vorbeizieht.
Es ist doch eigentlich umgekehrt: Ohne Globalisierung ginge
es den alten Industriestaaten finanziell so blendend, dass
sie ohne weiteres ihre Entwicklungshilfen vervielfachen
könnten und dort einen Aufschwung entfachen
könnten, ohne die Menschen dort brutal
auszubeuten.
Dieser
Text kann naturgemäß nur einen kleinen Einblick
in die leider doch etwas komplexeren Zusammenhänge der
Weltwirtschaft und des Welthandels vermitteln. Wenn Sie an
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Manfred
Julius Müller
analysiert
seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und
veröffentlicht brisante Aufsätze zu den heikelsten
Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die
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