Die
Wettbewerbsnachteile im globalen Wettbewerb Betrachtungen
von Manfred Julius Müller Die
Regierungen der westlichen Industrienationen hatten es
für chic und nützlich befunden, die ehemals
vorhandenen Schutzzölle schrittweise abzubauen und
damit den knallharten weltweiten Dumpingwettbewerb
einzuleiten. Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsnachteile
der Globalisierung: Wettbewerbsvorteile
der Globalisierung? "Aber,
aber - was soll das ganze Gerede, uns geht es doch
gut" Was
macht die Politik - warum sind alle etablierten Parteien
für die Globalisierung? Ich habe
hier einige Fragen nur kurz angerissen. Wenn Sie an
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Kapital und die
Globalisierung".
"Welchen
Wert haben Debatten über die wirtschaftlichen Probleme
Deutschlands, wenn das herausragende Phänomen der
sinkenden Reallöhne bei steigender Produktivität
einfach ignoriert wird?" Home
(Eingangsseite
www.globalisierung-welthandel.de) ©
Manfred J. Müller, Flensburg
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Welche konkreten Vor- und Nachteile ergeben sich aus dieser
Strategie, die sie ohne Zustimmung der Wähler
eigenmächtig und ohne großes Aufsehen
durchgeboxt haben?
Soziale
Errungenschaften müssen auf den Prüfstand
Wegen
des Wegfalls der Schutzzölle wandert das Kapital
natürlich dorthin, wo die Produktionskosten am
niedrigsten sind (dadurch höhere Kapitalrenditen).
Damit geraten alle sozialen Errungenschaften der letzten 150
Jahre zur Kostenbelastung. Es muss in den ehemaligen
Hochlohnländern überall gespart werden, um
kostenmäßig nicht völlig ins Abseits zu
geraten.
Hohe
Renten kann sich kein Land mehr leisten
Warum
müssen die Renten trotz steigender Produktivität
seit 1980 sinken? Die Globalisierungslobbby möchte
dieses Paradoxem gerne mit der zunehmenden Zahl der Rentner
entschuldigen. Aber diese demografische Entwicklung ist ein
alter Hut, sie hat schon vor über 100 Jahren eingesetzt
- und trotzdem hat sich früher (vor der Globalisierung)
die Kaufkraft der Rentner etwa alle
25 Jahre verdoppelt.
Die
hohen Krankenversicherungsbeiträge bedeuten im globalen
Wettbewerb eine zu hohe Belastung.
Wie
lange kann sich ein Staat im globalen Dumpingwettbewerb noch
eine moderne soziale Krankenversorgung leisten? Wenn es
keine angemessenen Einfuhr-Schützzölle gibt, wird
auch die flächendeckende Krankenversorgung zur schweren
Hypothek. Andere Länder machen es halt billiger.
Die Anfänge des drohenden Desasters haben die Deutschen
bereits zu spüren bekommen: Praxis-Gebühren,
höhere Privatbeteiligungen, Medikamentenzuzahlungen -
und trotzdem stetig steigende Beiträge.
Aufnahme
von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten
Besonders
Deutschland hat sich in der Vergangenheit bei der Aufnahme
von mittellosen Flüchtlingen aus Kriegs- und
Krisengebieten sehr großzügig gezeigt, obwohl es
anders als die klassischen Einwanderungsländer zu den
dichtbesiedelsten Gebieten der Erde zählt.
Aber solche Humanität ist nun einmal mit hohen Kosten
verbunden. Bislang konnte dies mit realen Lohnverzichten
teilweise kompensiert werden. Aber wird man sich dies auch
noch in Zukunft erlauben können und wenn ja - wie
weit will man die Reallöhne noch sinken
lassen?
Freundliche
Aufnahme von Armutsflüchtlingen
Es
ist mehr als verständlich, wenn Menschen aus
notleidenden Staaten ihr Heil in den alten
Wohlstandsländern suchen. Die meisten von ihnen kommen
mit ihren großen Familien in der festen Absicht, sich
in der neuen Wahlheimat die Brötchen selber zu
verdienen.
Aber in der Realität schaut es dann oft ganz anders aus
- für ungelernte Kräfte ist die Arbeitsmarktlage
häufig desaströs, weil wegen des brutalen
Globalisierungswettbewerbs einfache Tätigkeiten
weitgehend wegrationalisiert oder ins Ausland verlagert
wurden. So müssen viele der Armutsflüchtlinge
notgedrungen dann doch ausschließlich über den
Staat versorgt werden. Diese Kosten drücken
zusätzlich auf die Reallöhne, was in Teilbereichen
schon dazu führt, dass harte Arbeit schlechter entlohnt
wird als das Nichtstun (besonders bei Familien mit
Kindern).
Umweltschutz
- alle beschwören ihn, aber niemand kann ihn
bezahlen!
Normalerweise
wären die finanziellen Belastungen für einen
erfolgreichen Umweltschutz leicht zu schultern. Aber der
globale Dumpingwettbewerb macht auch hier wieder einmal
einen Strich durch die Rechnung. Staaten mit einem hohen
Anspruch an den Umweltschutz geraten in Bedrängnis und
in die Kostenfalle. Die Hersteller und Investoren haben es
in einem offenen Weltmarkt doch gar nicht nötig
ausgerechnet da zu produzieren, wo die Auflagen am
höchsten sind. Zollfreier Wettbewerb und
Umweltschutz sind nun einmal völlig unvereinbare
Komponenten.
Alle
suchen ihr Heil in einer weiteren Bildungsoffensive - aber
in einem offenen Wettbewerb fehlt das Geld
Politiker
werden nicht müde, publikumswirksam mehr Ausgaben
für Bildung und Forschung anzumahnen. Sie träumen
davon, Deutschland zur Ideenschmiede der Welt zu machen
("wir sind doch die Herrenrasse"), die anderen Länder
sollen dann unsere Werkbank sein. Einmal abgesehen von
dieser dümmlichen, arroganten Grundeinstellung: Auch
Bildung und Forschung sind im harten globalen Wettbewerb
natürlich Kostenfaktoren, die erst einmal verdient und
bezahlt werden müssen (hätten wir angemessene
Schutzzölle, wäre die Finanzierung viel
einfacher). Und wenn in China junge Menschen für ein
Zehntel des Geldes zu ebenbürtigen Ingenieuren
ausgebildet werden können, sollte man unserer
Bevölkerung nicht immer wieder vorgaukeln, wir
könnten mit einer weiteren Bildungsoffensive die
Billigkonkurrenz abhängen.
Selbst
Arbeitsschutzmaßnahmen werden im offenen Weltmarkt zum
Luxus
Im
Kampf um die höchsten Renditen gerät auch der
Arbeitsschutz unter die Räder. Länder mit
niedrigen Anforderungen können es halt billiger - und
der günstigste Anbieter wird nun einmal immer die
meisten Investoren anlocken. So war es schon immer, so wird
es auch künftig sein.
Weltweite
Finanztransfers und
Spekulationsfieber
Der
nahezu zollfreie globale Dumpingwettbewerb entzieht der
Normalbevölkerung die Kaufkraft, die zum Erhalt der
Vollbeschäftigung notwendig wäre. Das
überschüssige, dem Normalverbraucher entzogene
Geld beflügelt die Kapitalrenditen und sucht dringend
Anlagemöglichkeiten. So kommt es immer wieder zu
gefährlichen Spekulationsblasen, die (Ironie des
Schicksals) dann häufig auch noch vom Staat (also von
den kleinen Leuten) ausgebügelt werden müssen, um
den längst überfälligen Zusammenbruch der
globalen Weltwirtschaft noch einmal
hinauszuzögern.
Waren
werden billiger...
Nach
uralter Mär soll der zollfreie Wettbewerb die
Produktion verbilligen und damit die Waren billiger machen -
zum Nutzen aller Verbraucher. Aber diese unausrottbare
alberne Theorie hat sich längst selbst widerlegt.
Denn erstens werden die Waren kaum billiger, weil
nämlich die Hersteller und Kapitaleigner höhere
Gewinne einstreichen.
Zweitens geht ein Gutteil der Kostenersparnis durch andere
Aufwendungen verloren (Warentransport, Warenkontrolle im
Ausland, imageschädigende Qualitätsmängel,
Rückrufaktionen und Lieferengpässe,
Produktpiraterie, Technologieklau usw).
Drittens verlangsamt sich durch die Verlagerung in
Billiglohnländer der technische Fortschritt (bei
Niedrigstlöhnen ist der Rationalisierungsdruck viel
geringer).
Viertens und letztens kommt das größte Handicap:
Durch die Auslagerung der Produktion und den globalen
Dumpingwettbewerb können die heimischen Reallöhne
und Renten nicht mehr steigen.
Was
ich als wahrhaft toleranter Mensch nun wirklich nicht
ausstehen kann sind die dummdreisten
Beschwichtigungsversuche. "Noch nie ging es uns so gut wie
heute", triumphieren die einen, und "jammern auf hohem
Niveau" schimpfen die anderen. Also ist tatsächlich
alles gut, läuft alles prima?
Nein, das tut es eben nicht! Es ging den alten
Industrienationen vor Beginn der Globalisierung (1980)
deutlich besser und zwar nicht nur finanziell, sondern auch
(was noch wichtiger ist) gefühlsmäßig. Man
lebte damals allgemein mit weniger Stress, mit weniger Angst
vor drohendem Arbeitsplatzverlust und deshalb auch mit mehr
Selbstachtung. Dies ist eine völlig paradoxe
Entwicklung, denn eigentlich hätte der ewige technische
Fortschritt, der ständige Lerneffekt, der innovative
Erfindungsgeist zu einer Verdoppelung des Lebensstandards
führen müssen. Wir haben aber nicht einmal das
Niveau von 1980 halten können, unsere
Lebensqualität ist heute schlechter als
damals.
Auffällig
ist doch, dass nahezu sämtliche westlichen großen
Parteien den rigorosen Zollabbau und damit die
Globalisierung weiterhin gutheißen. Selbst innerhalb
der Parteien gibt es keine erkennbaren Querdenker. Obwohl
die Bevölkerungen der westlichen Staaten, würden
sie jemals gefragt, sich mehrheitlich für einen
Zoll-Protektionismus (Einfuhr-Schutzzölle) entscheiden
würden, vertritt die Kaste der Politiker kategorisch
eine ganz gegensätzliche Ansicht. Was ist das für
eine eigenartige Demokratie, in der die Volksvertreter im
entscheidendsten Punkt eine konträre Richtung zu den
Wähler einschlagen, die sie doch angeblich "vertreten".
"Repräsentative Demokratie" scheint mir da doch eher
ein Wort der Verhöhnung zu sein.
Kann es tatsächlich sein, dass die meisten
Parlamentarier keinen blassen Schimmer von den
Zusammenhängen der Weltwirtschaft haben, weil sie sich
ganz und gar auf das kleine Expertenteam ihrer Partei
verlassen?
Kann es womöglich sein, dass sich die Topleute der
Kapitallobby in die Politik einmischen (oder einkaufen) und
im Hintergrund die Fäden ziehen?
Kann es sein, dass der mächtige Propagandaapparat des
Kapitals (auch die privaten Großverlage befinden sich
schließlich im Besitz de Kapitals) den Nährboden
bereiten für eine kapitalfreundliche (und damit
globalisierungsfreundliche) Politik, die scheinheilig den
Zoll-Protektionismus verteufelt und damit den
Subventions-Protektionismus
heraufbeschwört?
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch vier Bücher erschienen: "Die
Kultivierung des Kapitals", 2001, "Anti-Globalisierung.
Zurück zur Vernunft!", 2002, "Das neue
Wirtschaftswunder. Die Entmachtung des globalen
Dumpingsystems", 2005, "Das
Kapital und die
Globalisierung",
2008.