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Aus der Reihe "Die hohlen Versprechen der Globalisierungs-Profiteure" (Text von Manfred Julius Müller):
"Die Globalisierung erschließt riesige Absatzmärkte!" Die Kapitallobby stützt ihre einseitige Begeisterung für die Globalisierung immer wieder auf zwei Hauptargumente: Das erste lautet: "Deutschland profitiert als Exportweltmeister am meisten von der Globalisierung". Diesen Unsinn habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich entkräftet (siehe Exportweltmeister). Als zweites "Beweismittel" für die vermeintlichen Vorteile der Globalisierung wird immer wieder mit Nachdruck auf die Entwicklung gigantischer asiatischer Absatzmärkte verwiesen. Aber auch diese Aussage entpuppt sich bei näherer Betrachtung als absolut irreführend und dummdreist. Ich möchte dies näher erläutern.
1.
Die westlichen Produkte sind in der Regel für die
asiatischen Arbeitssklaven viel zu teuer! 2.
China kann nahezu alles zu einem Bruchteil des Preises
herstellen 3.
Chinas Produkte werden immer
besser Wie kann man ernsthaft annehmen, bei einem ständig sinkenden Qualitätsvorsprung irgendwann einmal Chinas Durchschnittsverdiener für westliche Produkte begeistern zu können, wo doch die eklatanten Preisunterschiede sich kaum ändern. 4.
Die asiatischen Lohnkosten stagnieren - entgegen aller
Prophezeiungen Verschwiegen wird: Das Arbeitskräftepotential in Asien ist bislang nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft. Solange noch Hunderte von Millionen Inder, Chinesen, Vietnamesen usw. auf Jobsuche sind, kann ein fairer Interessenausgleich zwischen Arbeit und Kapital gar nicht stattfinden. Erst bei einer Verknappung des Arbeitskräfteangebots wäre mit einem deutlichem Ansteigen der Löhne zu rechnen. Aber selbst wenn das rasante Wirtschaftswachstum in den beiden bevölkerungsreichsten Staaten nicht nachlässt, wird das Überangebot an Arbeitskräften auch in 30 Jahren noch längst nicht beseitigt sein. Außerdem: In China kann schon wegen der fehlenden freien Gewerkschaften der normale Lohnanpassungsprozess nicht stattfinden. Man sieht es doch, was sich in den letzten 15 Jahren abgespielt hat: Obwohl sich Chinas Produktivität vervielfacht hat, haben sich die Löhne der Wander- und Fabrikarbeiter nur wenig verändert. Lediglich die chinesischen Spitzenkräfte (Manager, Wissenschaftler, Ingenieure) verdienen deutlich mehr als früher. Fazit: Wegen seinem riesigem Reservoir an Arbeitskräften und seiner Diktatur ist China mit anderen aufstrebenden Nationen wie z. B. Südkorea nicht zu vergleichen. In Südkorea konnten die Löhne schnell anziehen und somit wuchs dort auch ein für ausländische Anbieter interessanter Absatzmarkt. In China aber läuft das alles anders. 5.
Die Dumpingwährungen wirken wie ein gigantischer
Einfuhrzoll 6.
Auch auf die westlichen Maschinen wird China eines Tages
verzichten können Aber
schon bald werden die Chinesen das westliche Know-how gar
nicht mehr brauchen. Ihre aufstrebenden
Forschungsabteilungen werden die westlichen Maschinen
weiterentwickeln und China wird zur Ideen- und
Patentschmiede der Welt werden (diese
Rolle hatten überhebliche Politiker eigentlich
Deutschland zugedacht). 7.
Wenn es in China in einigen Jahrzehnten Löhne auf
westlichem Niveau geben sollte, wird von den westlichen
Industrien kaum mehr etwas übrig sein. Schon heute werden in Deutschland kaum mehr Textilien, Schuhe, Computer, Handys, Kameras usw. hergestellt. Die Produktion von Haushaltswaren schrumpft ebenfalls von Jahr zu Jahr, in anderen Branchen sieht es kaum besser aus. Was meint man, den kaufkräftigen Chinesen in 20 Jahren bieten zu können? Flugzeuge, Autos? Den Flugzeugbau können wir schon heute nur mit hohen Subventionen im Lande halten. Und die Autoindustrie ist in China auch längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Die meisten Industrien sind in Deutschland bereits ausgestorben...
Der Westen muss aufwachen! Chinas
Führung verhält sich ausgesprochen clever, was man
von den westlichen Regierungen leider nicht behaupten kann.
Im Westen scheinen immer noch die Konzerne und das
Großkapital das Sagen zu haben. Keine
falsche Scham vor protektionistischen
Maßnahmen! Die Hochlohnländer müssen endlich Gegenmaßnahmen ergreifen und ihrerseits Mehrwertsteuern, Zölle oder ähnliches anheben. Dies muss natürlich behutsam und schrittweise erfolgen, damit kein Chaos entsteht und die asiatischen Wirtschaftswunderstaaten Zeit haben, ihre Absatzmärkte neu auszurichten. Weltweit muss man lernen, mehr für die eigene Bevölkerung und weniger für den Export zu produzieren. Zerstörte
Branchen lassen sich kaum
regenerieren.
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Home (Eingangsseite www.globalisierung-welthandel.de) © Manfred J. Müller, Flensburg
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